Sonntag, 19. April 2015

Schreiben kann doch fast jeder! Wirklich?

Es hört sich alles so einfach an: Schreiben. Was ist das schon? Das kann doch fast jeder, so mag mancher Außenstehende denken. Das kann man in der Freizeit, das kann man sonntags, am Abend, in der Nacht. Stimmt. Ich bin nicht an einen festen Plan, nicht an Bürozeiten gebunden. Hobbyautoren müssen auch meistens nicht unbedingt produzieren, weil sie ihr Geld damit verdienen oder ihre Fans schon auf das nächste Buch warten oder der Verlag Druck macht. Als „freier“ Autor darf man dem Vergnügen frönen. Jederzeit, wenn uns die Muse freundlicherweise küsst.  Und die küsst nur, wann sie es will, nicht, wann ich es will.
Und natürlich gibt es auch ein, nein, zwei „Aber!“ Außer der Lust und dem Drang zu schreiben, diesem inneren Feuer, außer Begabung und dem überaus wichtigen Handwerk, das zum guten Schreiben unbedingt dazu gehört, braucht ein Autor noch zwei ganz profane Voraussetzungen.
Egal in welchem Alter oder Familienstand, ein ernsthafter Autor braucht auch ein ruhiges Plätzchen, ein Zimmer, in das er sich zurückziehen und nachdenken, Ideen ausbrüten und über die richtigen Formulierungen grübeln kann. Er braucht ein stilles Kämmerchen, in dem er sich wohlfühlt, und muss die Tür hinter sich schließen können. Man kann nicht schreiben, wenn man dauernd aus seinen Gedankengängen herausgerissen wird, wenn Kinder immer wieder die Tür aufreißen und rufen „Hör mal Mama“, oder „Du, Papa, ich muss dir was erzählen!“ Auch nicht, wenn der Ehepartner anklagend an  das Essen erinnert, das auf dem Herd verschmurgelt! Man braucht viel Toleranz in der Familie. Natürlich gilt dies alles nur für die Autoren, für die Schreiben nicht Hauptberuf ist. Die Schriftseller, die vom Schreiben leben, haben  selbstverständlich ihren Arbeitsraum samt der notwendigen Ruhe.
Für mich ist diese Voraussetzung längst kein Problem mehr, aber ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeit, als sie es einmal war. Ich wollte immer schreiben, hätte auch ein Zimmer gehabt – aber keine Ruhe und keine Zeit. Ich konnte erst damit anfangen, als meine Kinder schon größer waren. Und dann, einmal damit angefangen – endlich!  – war an ein Aufhören nicht mehr zu denken.
Das zweite „Aber“ ist die Einsamkeit, in die man unweigerlich im stillen Kämmerlein, allein mit seinen Gedanken, rutscht. Der Autor muss allein sein können. Kann er das nicht, nutzt alle Inspiration,  alles Können nichts, dann braucht er gar nicht erst anzufangen. Denn dann wird ihm die Schreiblust bald von allein vergehen, das innere Feuer für diese Tätigkeit bald verlöschen.
Doch dabei, dass man nicht vereinsamt, hilft uns teilweise auch der Computer. Wir können im Internet Verbindungen anknüpfen und Freundschaften mit Gleichgesinnten schließen. Wie einfach, wie problemlos ist es, sich im Internet über Texte oder Bücher auszutauschen, ein Lob für Geschriebenes auszusprechen. Wie könnte man das sonst?! 

Kommentare:

  1. Liebe Ute
    wie recht du damit hast!!!...was du übers Schreiben schreibst, ausführst wodurch und wann, wie und wodurch man am Schreiben kleben bleibt, kann ich nur unterstreichen!..ich denke, jedem Hobbyautoren geht es so..
    Ein kleines Zimmer, nur für sich alleine darin die Gedanken schweben und sich entwickeln können, manchmal geradewegs raus aus dem bauch (wie bei mir:)))...
    Nur durch Zufall und einen gedankenblitz kam ich heute auf diese deine seite und freue mich dort viele Anregungen nicht nur, durchen deine entzückenden Kinderbücher zu finden, obwohl - auch das eine tolle Idee, meine Katzengeschichten sind ja im Grunde auch Vorlese - oder und Kinderbücher jeden Alters sobald man zeilen selbst lesen kann.
    Freue mich deine Seiten gefunden zu haben, hätt schon so viel eher sein können, aber egal, - nun schwelge ich in deinen geschriebenen zeilen , verharre, amüsiere mich, lese und genieße.
    Die VERLINKUNG zu dir, steht auch schon, so "finde" ich dich jederzeit wieder...
    herzlich ein Gruß in deinen Morgen - Angelface -

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    1. Liebe Angel, danke wieder für deinen lieben Kommentar und auch für die Verlinkung. Ich selbst muss erst noch lernen, wie man hier Verlinkungen einfügt. Und jetzt suche ich mal nach deinem Blog!
      Lieber Gruß von Ute


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