Freitag, 17. April 2015

Verlagssuche

Verlagssuche ist ein Kapitel für sich. Autoren kennen es zur Genüge – jedenfalls die große Masse der weniger bekannten Autoren, und zu denen gehöre ich.
In den  großen allgemein bekannten Verlagen, unter deren Dach heutzutage immer viele andere Verlage angesiedelt sind, hat man fast keine Chancen. Ich kenne noch die Verlagssuche von vor zwanzig Jahren, als ich mein erstes Buch veröffentlichen wollte. Damals gab es noch selbständige mittelgroße Verlage. Es war zwar auch schon sehr schwer, einen Verlag für sein Manuskript  zu interessieren, aber heute ist es noch schwerer. Ich hatte also das Glück, dass ein Lektor meine märchenhaft phantastischen Kurzgeschichten als „Perlen“ bezeichnet hat. Und so wurde mein erstes Buch in einem mittelgroßen Verlag verlegt, und zwei Erzählungen aus diesem Buch wurden im Rundfunk vorgelesen.
Nach dem ersten Verlag, der später auch von einem anderen übernommen wurde, gab es ein paar Jahre kein neues Buch von mir. Ich bemühte mich auch nicht sonderlich, sondern schrieb, schrieb, schrieb. Dann aber fragte ich wieder einmal nach und fand einen kleinen Verlag, der mehrere Bücher von mir verlegte und für den ich auch – alles ohne Honorar, nur rein aus Idealismus  – als Herausgeberin für drei Anthologien fungierte. Das machte mir auch großen Spaß, und ich lernte selbst viel dabei.
Später wurde ich von einem amerikanischen Verlag „entdeckt“, bei dem zwei Kinderbücher erschienen und außerdem auch „Sandsturm“, eine phantastische Romanerzählung, die auch wieder Realität und Phantasie miteinander verknüpft.
Aber dieser Verlag zog sich aus dem deutschen Vertrieb zurück – ich schrieb es bereits – und ich bekam die Rechte an meinen Texten wieder zurück. 
Es gibt, dem Computer sei Dank, nicht nur viele, viele Autoren, sondern seit ein paar Jahren auch neue  und interessante Möglichkeiten zur Veröffentlichung, die das Suchen nach einem klassischen Verlag erübrigen. Das finde ich prima.
Viele Autoren wollen sich erst gar nicht mit der Verlagssuche herumschlagen, sondern veröffentlichen nun auf diverse Arten selbst oder unabhängig von klassischen Verlagen. Auch ich wollte das eine und das andere aus meinem Fundus noch als e-book veröffentlichen. 
Und dann kam doch alles anders. Wer hier schon weiter unten gelesen hat, weiß es: Mein Kinderbuch „Drachenalarm“ wird in Kürze erscheinen. Ohne Aufwand, ohne Suche, wurde es unversehens von einem kleinen Verlag ins Programm aufgenommen. Und auch die Fortsetzung von „Drachenalarm“ soll später erscheinen.  Jetzt bin ich gleich doppelt froh darüber, denn ich glaube, das Kinderbuch wird super, superschön werden! Schon allein durch die Illustrationen, aber auch, weil es noch einmal – zum wievielten Male eigentlich?! – überarbeitet worden ist, auch im Verbund mit dem Verleger. So schön hätte ich es allein nie hinbekommen!
Und ich sehe wieder einmal ein: Man soll niemals nie sagen!



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